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Archiv 2001 Pressemitteilungen - Veröffentlichungen

 GPA: Erklärung Dominus Jesus

Gesellschaftspolitischer Ausschuss der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung - EAB - Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.

Der GPA der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung hat sich mit der jüngsten Verlautbarung der römisch katholischen Kongregation für die Glaubenslehre vom 5. September 2000 "Erklärung Dominus" Jesus befasst.

 

In den Passagen zur "Einzigkeit und Einheit der Kirche" werden jedoch Jesus Christus und die römisch katholische Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet werden, so nah aneinander gerückt, dass die Aussagen für die Kirchen der Reformation nicht akzeptabel sind.

Die Kirchen der Reformation stehen in der Erklärung gewissermaßen auf der untersten Stufe der kirchlichen Rangordnung.

Als "kirchliche Gemeinschaften, die den gültigen Episkopat und die ursprüngliche und vollständige Wirklichkeit des eucharistischen Mysteriums nicht bewahrt haben", sind sie - wie ausdrücklich gesagt wird - "nicht Kirchen im eigentlichen Sinn".

Mit einer Deutlichkeit, die für Zweifel keinen Raum lässt, wird hier dem Prinzip eines Umgangs par cum pari, also von gleich zu gleich, eine bedauerliche Absage erteilt.

 

Die Erklärung kommt, was den Inhalt angeht, nicht überraschend. Dass die römisch katholische Lehre von der Kirche weit über alle Differenzen in anderen Fragen hinaus das größte Hindernis für die Vertiefung der Gemeinschaft mit den Kirchen der Reformation bildet, konnte keinem Kundigen verborgen sein.

 

Unsere Meinung nach kann unsere kirchliche Existenz uns nicht von der kath. Kirche in Rom abgesprochen werden, zumal die Konfessionen in Deutschland entschlossenen Schrittes aufeinander zugehen.( z. B. ACK, KAB, Kolping, BVEA, EAB) Wer Kirche Jesu Christi ist, entscheidet nicht die Kongregation für die Glaubenslehre der katholischen Kirche, sondern nach evangelischem Verständnis die Bibel.

 

In der vom Vatikan vorgelegten "Erklärung Dominus Jesus" wird der Vorrang der katholischen Kirche vor anderen Glaubensgemeinschaften betont. Zugleich wird darin ein Bekenntnis zum Primat des Papstes abgelegt. "Dies (die katholische) ist die einzige Kirche Christi" heißt es in der 37-seitigen Erklärung.

 

Die Erklärung macht deutlich, dass der Vatikan nicht das Kirchsein der Konfessionen, sondern nur die Würde ihrer Vertreter im Dialog anerkennt.

 

Man könnte das Dokument des Vatikans als ein Vorgehen gegen die Ökumene bewerten. Es wird vor der Bezeichnung Schwesterkirchen gewarnt, weil dies dem Gedanken der katholischen Kirche als Mutter aller Kirchen widerspräche. Wir bedauern diesen Vorstoß aus Rom und sind der Meinung, dass dies für die Ökumene nicht förderlich ist.

 

Angesichts der zahlreichen drängenden ethischen und sozialen Herausforderungen in der heutigen Welt wäre es tragisch, wenn das prophetische Zeugnis aus der Verantwortung vor dem Evangelium und einer in Schmerzen liegenden Welt gedrängt würde, weil die Kirchen damit beschäftigt sind, über ihre jeweilige Autorität und ihren Status nachzudenken.

 

Die Evangelischen Arbeitnehmervereine vor Ort wissen wohl die errungenen Gemeinsamkeiten zu schätzen. Die Zukunft der Kirche wird eine ökumenische Kirche sein.

 

erstellt 29.06.01

 

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