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Sie sind hier: Archiv Presse 2001 - Werner Künkler zum Anschlag am 11. September


Archiv 2001 - Pressemitteilungen - Veröffentlichungen

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

nichts ist mehr so wie es einmal war, man hört es in den Stunden und Tagen überall in den Medien nach den schrecklichen Ereignissen in New York und Washington.

Fassungslos stehen wir vor den grausamsten Terroranschlägen, die die Welt je erlebt hat. 

Es fällt schwer, dafür überhaupt die richtigen Worte zu finden. Worte der Anteilnahme, des Mitgefühls und des Trostes für die große Zahl der Opfer und deren Angehörige.  

Die demokratische Welt ist so sehr geschockt, dass es für die Verantwortlichen nicht leicht ist, in diesen Tagen die richtige Antworten und Reaktionen zu finden. 

Bei all` unserer Ohnmacht wollen wir den Opfern und dem amerikanischen Volk unsere Anteilnahme und Solidarität bekunden, die viel stärker und tröstlicher sein muss, als das Entsetzen! 

Einem Volk, dem wir als Bürger der Bundesrepublik Deutschland so unendlich viel verdanken, das uns nach unserer eigenen schlimmen Vergangenheit die Hand gereicht und auf unserem Boden mit uns eine der besten Demokratien aufgebaut hat. Gerade deshalb wollen wir auch mehr als Stärke zeigen, das ist auch Besonnenheit in unseren Reden und Handeln. 

Selbstverständlich kommt nach dem Begreifen dieser schlimmen Ereignisse neben der Ohnmacht und Wut und dem Gedanken nach Rache und Vergeltung gegenüber denjenigen auf, die so etwas Schlimmes tun. 

Vielleicht ist aber dann auch der Gedanke erlaubt ...“, und was ist, nachdem Rache und Vergeltung geübt wurden?“ 

Das Leid, das ebenso auch Unschuldige trifft? 

Deshalb sind alle demokratischen Kräfte in unserem Land und auf unserer Erde aufgerufen, in dieser Notzeit mit all` den uns zu Gebote stehenden Mitteln Stärke zu zeigen, Hilfe zu geben in jeder Weise und vor allen Dingen solidarisch über Parteien und Ideologien zusammenzustehen – mit dem ganzen amerikanischen Volk. 

Dazu gehört in erster Linie, auch die Täter einer gerechten Strafe zuzuführen und allen zu zeigen, die hier noch mit den Tätern sympathisieren, dass sie außerhalb der menschlichen Gesellschaft stehen. 

Unser christlicher Glaube gibt dann die Kraft und Zuversicht mit Besonnenheit ohne Rache in dieser schweren Zeit jetzt das Richtige zu tun, damit es für alle Menschen auf unserer Welt wieder so wird wie es war und noch viel mehr Menschen mit all` ihrer Sehnsucht und Hoffnung nach Verständigung, Gerechtigkeit und Frieden, wo auch immer, zueinander finden! 

In diesem Sinne

 

 Werner Künkler Landesvorsitzender EAB NRW

 

Berlin, im September 2001 


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