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Liebe
Schwestern, liebe
Brüder,
nichts ist mehr so wie es
einmal war, man hört es in den Stunden und Tagen
überall in den Medien nach den schrecklichen Ereignissen in
New York und Washington.
Fassungslos stehen wir vor
den grausamsten Terroranschlägen, die die Welt je erlebt
hat.
Es fällt schwer,
dafür überhaupt die richtigen Worte zu finden. Worte
der Anteilnahme, des Mitgefühls und des Trostes für die
große Zahl der Opfer und deren
Angehörige.
Die demokratische Welt ist
so sehr geschockt, dass es für die Verantwortlichen nicht
leicht ist, in diesen Tagen die richtige Antworten und Reaktionen
zu finden.
Bei all` unserer Ohnmacht
wollen wir den Opfern und dem amerikanischen Volk unsere
Anteilnahme und Solidarität bekunden, die viel stärker
und tröstlicher sein muss, als das
Entsetzen!
Einem Volk, dem wir als
Bürger der Bundesrepublik Deutschland so unendlich viel
verdanken, das uns nach unserer eigenen schlimmen Vergangenheit
die Hand gereicht und auf unserem Boden mit uns eine der besten
Demokratien aufgebaut hat. Gerade deshalb wollen wir auch mehr
als Stärke zeigen, das ist auch Besonnenheit in unseren
Reden und Handeln.
Selbstverständlich
kommt nach dem Begreifen dieser schlimmen Ereignisse neben der
Ohnmacht und Wut und dem Gedanken nach Rache und Vergeltung
gegenüber denjenigen auf, die so etwas Schlimmes
tun.
Vielleicht ist aber dann
auch der Gedanke erlaubt ...“, und was ist, nachdem Rache
und Vergeltung geübt wurden?“
Das Leid, das ebenso auch
Unschuldige trifft?
Deshalb sind alle
demokratischen Kräfte in unserem Land und auf unserer Erde
aufgerufen, in dieser Notzeit mit all` den uns zu Gebote
stehenden Mitteln Stärke zu zeigen, Hilfe zu geben in jeder
Weise und vor allen Dingen solidarisch über Parteien und
Ideologien zusammenzustehen – mit dem ganzen amerikanischen
Volk.
Dazu gehört in erster
Linie, auch die Täter einer gerechten Strafe zuzuführen
und allen zu zeigen, die hier noch mit den Tätern
sympathisieren, dass sie außerhalb der menschlichen
Gesellschaft stehen.
Unser christlicher Glaube
gibt dann die Kraft und Zuversicht mit Besonnenheit ohne Rache in
dieser schweren Zeit jetzt das Richtige zu tun, damit es für
alle Menschen auf unserer Welt wieder so wird wie es war und noch
viel mehr Menschen mit all` ihrer Sehnsucht und Hoffnung nach
Verständigung, Gerechtigkeit und Frieden, wo auch immer,
zueinander finden!
In diesem
Sinne
Werner Künkler
Landesvorsitzender EAB NRW
Berlin, im September
2001
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