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Sie sind hier: Presse - Maiaufruf 2007 der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung EAB NRW - Werner Künkler


Arbeitsmarkt

Maiaufruf der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung Landesverband Nordrhein-Westfalen e. V.

Wo bleibt der Mensch? - „Du hast mehr verdient.“

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Schwestern, liebe Brüder,

Berlin, leerstehendes Haus-Foto Elke Lartzwieder einmal steht der größte Feiertag der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor der Tür, der 1. Mai.

Seit Generationen kämpfen und stehen wir als Evangelische Arbeitnehmerbewegung Nordrhein-Westfalen in einer großen Tradition, gemeinsam mit den Gewerkschaften, Kirchen und uns nahe stehenden Organisationen, für die existenziellen und sozialen Belange der Menschen ein.

Vieles was uns heute zugute kommt, ist in weitaus schwierigeren Zeiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erstritten worden.
Vieles von dem wir annahmen, dass es für immer gesichert sei ist in großer Gefahr, wieder zunichte gemacht zu werden.

Was uns als Globalisierung verkauft wird ist eine nie gekannte Maßlosigkeit und Gier in unseren großen Unternehmen, deren Unternehmensführungen längst die soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verloren haben. Selbst bei mehrstelligen Gewinnraten wird es angeblich an den Börsen positiv gesehen, wenn weitere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlassen werden und damit ins existenzielle Abseits geschickt werden.

Trotz wirtschaftlichem Aufschwung soll mit allen Mitteln ein Mindestlohn von € 7,50 / Stunde verhindert werden, Mindestlöhne werden in den meisten europäischen Staaten gezahlt und sind dort auch Gesetz. Selbst die Landesverfassung Nordrhein-Westfalen hat im Artikel 24 festgelegt, dass im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens das Wohl des Menschen steht

Aus der Landesverfassung: „Der Schutz seiner Arbeitskraft hat Vorrang vor dem Schutz materiellen Besitzes. Jedermann hat ein Recht auf Arbeit! Der Lohn muss der Leistung entsprechen und den angemessenen Lebensbedarf des Arbeitenden und seiner Familie decken. Für gleiche Tätigkeit und gleiche Leistung besteht Anspruch auf gleichen Lohn. Das gilt auch für Frauen und Jugendliche“.

Deshalb fordern wir mit allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, allen Arbeitslosengeld-II-Beziehern die Einhaltung des Artikels 24 NRW Verfassung.

„Wo bleibt der Mensch?“

Mit dieser großen Anfrage an alle wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen fordern wir zum Handeln auf, damit der negative Wertewandel in unserer Gesellschaft beendet wird. Gemeinsam werden wir für gerechtere, menschenwürdigere Verhältnisse in unserem Land kämpfen.

Wir schließen uns deshalb dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes an „Du hast mehr verdient.“

Ein herzliches Glück auf!

Werner Künkler
Landesverbandsvorsitzender der
Evangelischen Arbeitnehmer-Bewegung
Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
 

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