Juni 2009 - Pressemitteilung
Großunternehmen in der Krise
Mit großer Sorge betrachten wir die momentanen Krisen bei einigen Großunternehmen, die Arbeitsplätze kosten.
Selbstverständlich ist es gut und richtig alle Möglichkeiten zum Erhalt von Arbeitsplätzen auszuschöpfen, damit die Arbeitnehmer nicht wieder die Suppe auslöffeln müssen, die vorher von gierigen Banken und größenwahnsinnigen Managern zubereitet wurde.
Dabei stößt unser sozialer Rechtsstaat mit seiner sozialen Marktwirtschaft, jetzt an die Grenzen. Die Entwicklung läuft zurzeit in eine Richtung, die selbstverständlich nur das Ziel kennt, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu Lasten der Allgemeinheit, d. h. der Steuerzahler zu sozialisieren!
So gut und richtig es war 25.000 Arbeitsplätze bei Opel plus die der Zulieferer zu retten, so verkehrt ist es, wenn man daraus seitens der in Not geratenen Unternehmen, ganz und gar unkritisch mit dem Arbeitsplatzargument Rettungsschirme aufzuspannen.
Unternehmen wie ARCANDOR, die Schefflergruppe und Porsche, sind nach den heutigen Erkenntnissen nicht durch die weltweite Finanzkrise in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen.
Die Manager(innen) der vorgenannten Firmen haben ohne soziale Verantwortung und mangelnder Solidarität zu ihren Mitarbeitern, gierig und größenwahnsinnig an der Börse „Monopoly“ gespielt.
Eine Bundesregierung, die mit einem hohen Maß an sozialer Verantwortung, alles versucht, um Arbeitsplätze zu retten, ist in jeder Weise gut beraten, wenn sie in den Unternehmen Verantwortlichen und ihre Gesellschafter zunächst eindringlich an ihre wirtschaftliche und soziale Verantwortung erinnert.
Dazu gehört auch, dass die Anteilseigner mit ihrem nicht unerheblichen Eigenkapital einspringen.
Bisher ist bei den Förderungen von ARCANDOR, Scheffler und Porsche kaum etwas davon zu erkennen.Wenn nun unser Staat bei allen Rettungsmaßnahmen, eine absolute Kontrolle für die zu vergebenen und eine Begrenzung der Managerbezüge Gelder zu recht einfordert, dann hat das wohl kaum etwas mit DDR-Planwirtschaft zu tun, wie einige firmenverantwortliche Aufsichtsräte konservative und neoliberale Politiker sich geäußert haben.
Nur wenn alle in Gesellschaft, Politik und in den Unternehmen wieder zu den Grundlagen der seit 60 Jahre bewährten sozialen Marktwirtschaft zurückkehrt, ist dieser frühkapitalistische Wildwuchs zu beseitigen.
Wenn allerdings nur noch die unverschuldet in Not geratenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die „Zeche“ bezahlen sollen, dann ist der soziale Frieden in unserem Land in Gefahr, wie auch unser sozialer Rechtsstaat.
Werner Künkler, Bundesvorsitzender der Evangelischen Arbeitnehmerorganisationen e. V.
sowie stellvertr. Bundesvorsitzender des BVEA
Externe Seiten:
weitere Informationen zur politischen Lage von Werner Künkler sind zu sehen auf den Internetseiten
- www.bvea.de unter BVEA Aktuelles und Aktuelles aus den Landesverbänden
