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Sie sind hier: Aktuelle Resolutionen Zum 100. Geburtstag der Widerstandskämpfer Alfred Delp und James von Moltke Ökumene im Widerstand gegen das Nazi-Regime. Der Katholik Alfred Delp und der Protestant Helmuth James von Moltke. Von Hans-Georg Glaser „Es ist ein einmaliges Ereignis in der deutschen Geschichte, dass ein Protestant und ein Jesuit gemeinsam zur Zielscheibe staatlicher Verfolgung wurden und gemeinsam starben. Die national-sozialistische Verfolgung bestätigte auf ihre Weise den Charakter des Kreisauer Kreises als eine Ökumene des gemeinsamen Leidens und des gemeinsamen Widerstandes“. So würdigt der evangelische Theologe und Historiker Günter Brakelmann in seiner erschienenen bedeutenden Biografie „Helmuth James von Moltke“ das Wirken zweier mutiger und entschlossener Widerstandskämpfer gegen Hitler, des Jesuitenpaters Alfred Delp und des Protestanten aus preußischer Tradition Helmuth James von Moltke. Beide verband in der Arbeit des „Kreisauer Kreises“ eine tiefe und vertrauensvolle Freundschaft; für beide waren die national-sozialistischen Gewaltverbrechen der Beweis für die Herrschaft des Unrechts und der Anstoß für den Schritt in den Widerstand. Für sie war Hitlers Unrechtsstaat ein Verrat an den Grundsätzen des Christentums, der Aufklärung, des Humanismus und der Solidarität. Beide waren sozial engagiert und geprägt von der katholischen Soziallehre und der protestantischen Sozialethik. Für beide war es ein Widerstand aus christlichem Gewissen. Am klarsten hat dies wohl Peter York von Warentenburg im Angesicht des schreienden und tobenden Gerichtspräsidenten Roland Freisler zum Ausdruck gebracht mit den Worten: "Herr Präsident, die entscheidende Tatsache ist der totalitäre Anspruch des NS-Staates an den Bürger, der gezwungen wird, seine moralischen und religiösen Überzeugungen und Verpflichtungen gegenüber Gott preiszugeben“. Ziel des Kreisauer Kreises war es, „Grundzüge einer geistigen, politischen und sozialen Neuordnung“ Deutschlands nach dem Ende der Nazi-Herrschaft zu erarbeiten. In drei großen Zusammenkünften, die Pfingsten 1942 und 1943 sowie im Oktober 1942 stattfanden, wurden diese Grundsätze zur Neuordnung ausgearbeitet, die auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ihren Niederschlag gefunden haben. Auf der zweiten Tagung im Oktober 1942 referierte Alfred Delp, einer der theologischen Köpfe des Widerstandes, über die Soziallehre der Katholischen Kirche, wie sie im „Rerum novarum“ und Quadragesimo anno“ enthalten war und die in den Grundzügen zur Neuordnung für „die Zeit danach“ berücksichtigt werden müssten. Im August 1943 wurden diese „Grundsätze“ in einem ersten Entwurf zusammengefasst, in dem es heißt:
Es ist vor allem Alfred Delp zu verdanken, dass die wirtschaftlichen Grundsätze der Kreisauer von einem starken solidarischen Engagement im Sinne einer „sozialen Marktwirtschaft“ getragen waren. Aber nicht nur an den Staat appellieren die Kreisauer für die „Zeit danach“, sondern in einer Niederschrift, die die Handschrift von Alfred Delp trägt, wenden sie sich auch an die Kirchen in drei Fragen: „Die erste Frage an die Kirchen will feststellen, ob die Kirchen die Notlage des Menschen sehen, ob sie bereit sind, für die Menschen einzutreten… Die zweite Frage an die Kirchen will feststellen, für welche Grundrechte des Menschen die Kirchen einzutreten bereit sind… Die dritte Frage an die Kirchen sollte versuchen, sich über die Möglichkeiten klarzu- werden, die Bemühungen der beiden Kirchen und der außerkirchlichen Gruppen aufeinander abzustimmen“. Grundsätze einer „Ökumene des Widerstandes“ gegen ein Unrechtsregime, die auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
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